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Ökonomischer Nutzen von Prävention und Gesundheitsförderung

Die Wirksamkeit von Präventions- und Gesundheitsmaßnahmen wird überwiegend aus der Perspektive der Beschäftigten, die diese Maßnahmen erreichen sollen, beurteilt. Betriebliche Maßnahmen gelten als wirksam insbesondere bei einer Verbesserung des gesundheitlichen Befindens oder des gesundheitsbezogenen Verhaltens der Beschäftigten sowie bei einer Abnahme arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren.


Die Wirkungen der Maßnahmen können darüber hinaus zu einer höheren Produktivität im Unternehmen führen und Krankheitsausgaben senken.

(Quelle: iga.Report40*, S. 57)




Es entwickelt sich für Unternehmen die Frage nach dem ökonomischen Nutzen der Maßnahmen, um diese Wirkungen strategisch gezielt zu erreichen. Der iga.Report40 stellt dafür erneut den Return-on-Investment (ROI) für Präventions- und Gesundheitsmaßnahmen in den Fokus. Dieser setzt den eingetretenen Nutzen der Maßnahmen ins Verhältnis zu den Aufwendungen, die für die Durchführung der Maßnahmen erforderlich waren. Somit ergibt sich ein Nutzen-Kosten-Verhältnis. Wenn der ROI Wert >1 ist, wurde ein höherer Nutzen generiert als Kosten verursacht. Es kann dann vom ökonomischen Erfolg der Maßnahme die Rede sein (Quelle: iga.Report40*, S. 57).


Gegenstand der Betrachtungen im iga.Report40 sind Mehrkomponentenprogramme, die ausnahmslos mehrere Interventionen umfassen. Somit wird der ökonomische Nutzen von Einzelmaßnahmen nicht erfasst.


Wesentliche Elemente erfolgreicher betrieblicher Gesundheitsförderung und Prävention sind grundsätzlich:

  • Verwendung von Mehrkomponentenprogrammen

  • gute organisationale und partizipative Verankerung der Maßnahmen im Unternehmen

  • Verbesserung der Arbeitsorganisation (Arbeitszeit und -inhalte)

  • professionelle Beratung (BetriebsärztInnen, physiotherapeutisches Fachpersonal)

Es kann aufgrund der Anzahl einbezogener Studien, Länder, Branchen und Berufe insgesamt von einer guten Übertragbarkeit der Ergebnisse ausgegangen werden. Möglicherweise gilt dies jedoch nicht für kleine Unternehmen, da sie in den Studien nicht ausreichend repräsentiert sind (Quelle: iga.Report40*, S. 59).


Alle Auswertungen ergaben einen mittleren ROI von 2,7. Somit führt ein aufgewendeter Euro zu 2,70 € Einsparungen.

(Quelle: iga.Report40*, S. 61)


Dabei weisen die Ergebnisse mit ROIs zwischen -3,3 bis +15,6 eine erhebliche Spannbreite auf. Somit kommen nicht alle Studien zu dem Schluss, dass betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention einen ökonomischen Nutzen hat. Umso bedeutsamer für Unternehmen sind Planung, Zielsetzung und Evaluierung von Maßnahmen. 85% der ROI sind jedoch größer als 1 und zeigen somit einen ökonomischen Nutzen. Aufgrund der teilweise geringen Qualität der eingeschlossenen Studien wird von begrenzter Evidenz gesprochen (Quelle: iga.Report40*, S. 61+67).


Vielen UnternehmerInnen fällt es noch schwer, den direkten Mehrwert von generiertem Budget für gesundheitsfördernde Maßnahmen zu messen. Bei dieser faktischen Erfassung auf Basis konkreter Zahlen dürfen weiche Kriterien wie die Wahrnehmung des Unternehmens für potenzielle Fachkräfte, Employer Branding und die Identifikation mit den Werten des Unternehmens für bestehende MitarbeiterInnen nicht außer Acht gelassen werden. Ein Investment in die Gesundheit und damit die Motivation und Produktivität der MitarbeiterInnen ist eine Maßnahme, die es wert ist. Informiere dich gerne über meine Vorträge und Kursangebote oder kontaktiere mich direkt, wenn du Fragen haben solltest.


Be Your Mindful Self.

Katharina Ogilvie


Quelle:

*iga.Report40: https://www.vdek.com/content/dam/vdeksite/vdek/presse/pm/2019/iga_Report%2040_Wirksamkeit_und_Nutzen_BGF_Pr%C3%A4vention.pdf

(Letzter Zugriff: 18.07.22)

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