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FOMO: Über die Angst, etwas zu verpassen

In Zeiten des Digital Overloads verändern wir unser Verhalten zunehmend. In einem aktuellen Artikel des AOK-Gesundheitsmagazins werden die Konsequenzen der Social Media-Krankheit FOMO (Fear of Missing out) beleuchtet.

FOMO bedeutet “Angst haben, etwas zu verpassen”. Es steht mit dem unangenehmen Gefühl in Verbindung, dass man ein spannendes Erlebnis oder Event verpasst, an dem andere Menschen teilnehmen. Dieses Phänomen wird häufig durch den Gebrauch von sozialen Medien ausgelöst oder verstärkt (AOK). Es wurde vor circa einem Jahrzehnt zunächst humorvoll als ein Teenagerphänomen eingeordnet und wird seit 2013 erforscht (Fridchay & Reizer, 2022, S. 259).





Einerseits bezieht sich FOMO auf die Angst, Ereignisse in der Realität zu verpassen, andererseits umfasst es auch das Gefühl der Sorge nicht mitzubekommen, was in sozialen Medien gerade vorgeht (AOK).


Grundsätzlich existiert dieses Phänomen schon immer, es hat sich allerdings durch die Nutzung sozialer Medien in den letzten Jahren zunehmend verstärkt.


Aktuell ist FOMO keine anerkannte psychische Störung und grundsätzlich ist ein hohes Nutzungsverhalten von sozialen Medien per se keine psychische Störung. Erst, wenn die Konsequenzen des Nutzungsverhaltens Auswirkungen auf das soziale oder berufliche Leben einer Person haben und im Erleben und Verhalten einer Person deutliche Abweichungen zu psychisch gesunden Personen bestehen, besteht die Gefahr einer psychischen Störung (AOK). Die Auswirkungen von FOMO auf unser Nervensystem können sehr belastend sein. Konsequenzen sind häufig Schlafstörungen, anhaltende Müdigkeit, Stress, Angst, Selbstzweifel sowie depressive Verstimmung (AOK).


Die Stimmung, die Zufriedenheit und die Lebensqualität leiden darunter, dass Betroffene ihre Fähigkeit verlieren, das zu genießen, was sie gerade tun.


Folgendes Verhalten weist auf eine mögliche FOMO hin:

  • häufiges Checken der Social-Media-Feeds und Nachrichten

  • mangelnde Konzentration auf andere Tätigkeiten, Ablenkbarkeit durch das Smartphone

  • häufiges Teilen und Posten von Freizeitaktivitäten, statt den Moment des Erlebens zu genießen

  • Nervosität und Unruhe ohne Möglichkeit der Nutzung von Social Media

  • Social-Media-Kanäle beispielsweise nachts oder im Restaurant checken

Die wissenschaftliche Betrachtung, welche Auswirkungen FOMO im Arbeitskontext hat, wurde bisher wenig berücksichtigt. Neue Erkenntnisse dazu liefern Jacob Fridchay und Abira Reizer in einem aktuellen Beitrag des Journal of Psychology. Ihre aktuelle Studie befasst sich erstmals mit den Auswirkungen von FOMO auf die Job Performance von Mitarbeitern.

Dafür werden direkte, sowie indirekte Zusammenhänge zwischen FOMO und Job Performance fokussiert (Fridchay & Reizer, 2022, S. 12).


Evaluiert wurde einerseits die Beziehung zwischen FOMO und Job Performance über einen kognitiven Pfad, als auch andererseits über einen indirekten emotionalen Pfad.


Der kognitive Pfad führt den Mitarbeiter durch sein erhöhtes Engagement in sozialen Medien zu einer Reduzierung seiner Job Performance. Der emotionale Pfad führt den Mitarbeiter durch seine FOMO in ein Burnout, was als Konsequenz eine Reduzierung seiner Job Performance hat (Fridchay & Reizer, 2022, S. 268). Nach aktuellem Stand sind diese Zusammenhänge erstmals in einer Studie nachgewiesen worden, weshalb sie weitere Überprüfungen erforderlich machen und gewissen Limitierungen unterliegen (Fridchay & Reizer, 2022, S. 269-270). Diese Ergebnisse bergen dennoch großes Potenzial, sowohl die Job Performance, als auch die Lebensqualität bei der Arbeit zu verbessern (Fridchay & Reizer, 2022, S. 271).




Mindful (Self-) Leadership ist ein wichtiger Baustein, um die Qualität der Selbstführung nachhaltig und gesundheitsfördernd zu verbessern. Mithilfe von effektiven Entspannungstechniken können beispielsweise energieraubende Ängste aus einer anderen Perspektive betrachtet werden und abgebaut werden. Dieses Vorgehen steigert nachhaltig die Lebensqualität im beruflichen wie auch im privaten Bereich.


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Be Your Mindful Self.


Katharina Ogilvie





Quelle:



AOK-Gesundheitsmagazin:


Fridchay, J., & Reizer, A. (2022). Fear of Missing out (FOMO): Implications for Employees and Job Performance. Journal of Psychology, 156(4), 257–277.

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